FOSvelos 17 (2018-19)

“Traued euch!” / “Me chunnt us sinre Comfort-Zone uuse”

10 Liegeräder, 1289 Arbeitsstunden, 2300 gestrampelte Kilometer, 18000 Höhenmeter, 3 Länder. Acht Schüler und zwei Schülerinnen hatten im vergangenen Jahr die Chance ergriffen, beim 16. FOSvelos-Projekt mitzumachen. Auch ein halbes Jahr später ist das Erlebte noch immer sehr präsent. Mit Freude erzählen Yael und Zoë von ihrem unvergesslichen Jahr.

Yael und Zoë, was isch s Erschte, wo euch in Kopf chunnt, wenn ihr zrugg an die Zit dänked?

Zoë: Wie mir losgfahre sin. De Aafang hemir richtig verkackt. Mir hend scho noch de erschte Krüzig nüm gwüsst wo dure, sind denn in Sissach glandet und hend absolut kei Ahnig me gha.

Yael: Jä, am Aafang simir biz hilflos gsi… Wenn ich an d Veloreis denk, denn denk ich immer an die Idylle bi de Strosse, wo mir in Korsika uffegfahre sin. Uff de einte Site vo de Stross goots uffe mit Stei und Gräser, uff de andere Site nur aabe. Und es goot eim eifach guet. Me fühlt sich eifach richtig guet. 

Was macht me denn überhaupt, wenn me die ganz Zit nur fahrt? Isch das nid biz langwiilig irgendwenn?

Y: Nei überhaupt nid! Es isch biz wie meditiere. D Zit vergoot, du fahrsch und du fahrsch und du hesch unglaublich vill iidrück vo usse. Die loosch eifach so uff dich iiwürke. 

Z: Ich ha alles realitäts oder alltagsmässige weggloo. Eifach chli chöne abschalte. 

Gits e “beschts Erläbnis”?

Z: Kei Erläbnis – eher e Gfühl. Uffm Schiff. Ich ha mega Angscht gha, dass mir das nid so gfallt und dass ich biz seekrank wird, debii het mir das meega gfalle! So richtig toll han ich das gfunde. 

Y: D Situation, wo mir nid gwüsst hend öb mir in Genua d Fähri verwütsche. Ich ha so richtig fescht Angscht gha, dass mir jetzt nid uff die Fähri chöme wills Lüt gha het, wo sich verfahre hend oder langsamer gfahre sin. Und denne hemirs uff die Fähri gschafft und es isch e soone tolls Gfühl gsi.

Hets au Moment gee, wo ihr euch gfrogt hend, wieso ihr das Ganze überhaupt mached? Bim uffefahre zum Biispiel?

Y&Z (ohni z zögere): Neeei! Überhaupt nid!

Y: Ich has gliebt, uffezfahre. Ich has ghasst, aabezfahre. 

Hend ihr denn gar kei schlechti Erfahrige gmacht?

(Yael und Zoë überlege lang)

Y: S isch eifach immer e gueti Zit gsi!

Au uffm Schiff?

(beidi lache)

Z: Uffm Schiff isch Legände gsi.

Y: Mir hend chli wenig Wind gha, würklich go seegle sin mir nid so vil, nur vo de einte Bucht zu de andere. Eimol hets biz Wind und Welle gha, denn sin es paar nomol uuse. Ich bi denn au mit und mir ischs richtig üübel worde. 

Wie würded ihr die jüngere Schüeler*inne, wo sich nooni entschide hend, vom Projekt überzüüge?

Z: Das duet eim immer guet! Me chunnt us sinre Comfort-Zone uuse.

Y: Wenn du mässig vil Interesse am Velobau hesch, machsch halt öbbis, wo dich nid so interessiert. Trotzdem hesch du nocher öbbis glernt. Es isch mega spannend und das lernsch du suscht niene! Ich bi sehr dankbar, dass ich d Möglichkeit gha ha, das dörfe z mache.

Was hend ihr denn glernt durch die Zit?

Z: Dass ich öbbis cha mache. Dass ich öbbis cha erreiche! Und ich chas selber!

Und was würded ihr de negschte FOSvelos-Schüeler*inne empfehle? 

Y: Traued euch!

Z: Ja unbedingt. Traue.

Was denn traue?

Z: Eifach z mache. Me het so vili Ängscht und so. Ich ha das au gha. Aber gliich. Traue, nid so Angscht ha und sich verstecke. Velobau isch müesam aber es lohnt sich!

Würded ihr s Projekt nomol mache?

Einstimmig: Sowieso!

Die Fragen gestellt hat Debora Bötticher

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