FOSvelos 12 (2013/14)

FOsvelos 12, lautet die Bezeichnung des aktuellen Veloprojektes. Wohlverstanden steht die Zwölf nicht für eine vergangene Jahreszahl, sondert zeigt die Anzahl der durchgeführten Projekte. Wenn man nun berücksichtig, dass die Rechnung „ein Projekt pro Jahr“ gilt, so erkennen wir unschwer die zeitliche Tragweite davon. Seit mehr als einem Jahrzehnt werden nun Liegevelos gebaut, inzwischen sind es weit mehr als 200 Stück. Doch wie versteht sich diese scheinbare Projektroutine mit der uns vertrauten Dynamik und stetiger Innovation bisheriger Vereinsarbeit? Bei genauerer Betrachtung findet man allerdings schnell Unterschiede, welche jedem Projekt eine individuelle Note verleiht. Beispielhaft dafür ist wohl ein Vergleich mit dem FOSvelos 1 im Jahre 2002, zu dem heutig aktuellen FOSvelos 12.
Damals – also vor langer Zeit – starteten die Schüler das Abendteuer direkt nach den Sommerferien. Fast schon dilettan- tisch eingerichtet, entstanden auf Holz- tischen die ersten 12 FOSvelos. Gespickt mit allerlei Problemen und zahlreichen unbekannten Faktoren, steigerte sich die Arbeit immer mehr zu einem Wett- lauf gegen die Zeit und infolgedessen ergab sich für die Schüler die Selbst- verständlichkeit von Samstag- und Ferienarbeit. Im Nachhinein versteht sich dieser zeitliche Druck und die unbe- kannten Elemente als Ansporn zu einer guten, konzentrierten Teamarbeit und trugen somit zum Gelingen dieses Pionierprojektes bei.

Mehr als zehn Jahre später ist die anfänglich einfache Werkstatt einer top eingerichteten Produktionsstätte gewichen, die technischen und mentalen Herausforderungen manifestieren sich in grossem Vertrauen, niemand zweifelt mehr an der rechtzeitigen Fertigstellung der Velos. Um dennoch den Schülerin- nen und Schülern ein Gefäss zu bieten, in welchem Selbstverantwortung und Eigeninitiative massgebend zum Erfolg beitragen, begann dieses Mal die Pro- jektarbeit erst im Dezember. In einer somit bedeutend kürzeren, dafür um so intensiveren Zeit, wird mittlerweile gefeilt, gemessen, gelötet, genäht, eingespeicht, zentriert und vieles mehr. Es wuselt an allen Ecken und die Werk- statt erzittert vor lauter Arbeitslärm. Jede Schülerinnen und jeder Schüler hat sich dazu entschieden, für dieses Projekt 120 Arbeitsstunden zu leisten. Mit der Bemühung jedes Einzelnen, den entsprechenden Arbeitsteil zu leisten, ist auch beim jetzigem Projekt eine Schaffenshaltung entstanden, die weniger durch schulische Strukturen geleitet wird, als vielmehr mit einer produktorientierten Motivation sich selber trägt. Der grösste Teil dieses Antriebes ist aber ohne Frage der Drang und die Sehnsucht nach einer erlebnisreichen Reise. Die Vorstellung mit dem selbstgebauten Fahrrad mehr als tausend Kilometer zurückzulegen, vorbei an malerischen Landschaften, über steile Pässe hinweg zum sommerlichen Segeln auf den FOSsailing-Schiffen, ist die treibende Kraft für manch mühselige Arbeit. So findet sich in einer scheinbar einfachen Atti- tüde die eigentliche Konstante wieder und wird nach mehr als zehn Jahren auch für ein weiteres Jahrzehn

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